Presserklärung zum 5. Jahrestag des Ratsbeschlusses zu Möbel Kraft bon BUND und NABU

Gerade mal zwei Monate vergingen im Sommer 2011 vom Bekanntwerden der Ansiedlungspläne bis zum Ratsbeschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans für den Prüner Schlag. Zu wenig Zeit, um über Nutzungsalternativen dieses großen innenstadtnahen Geländes zu diskutieren. Und nur ein halbes Jahr später war die immer noch fast vollständig verpachtete Kleingartenanlage bereits an den Investor Krieger Immobilien verkauft - vor Erstellung der vorgeschriebenen Gutachten zu Einzelhandelsverträglichkeit, Umwelt, Verkehr, etc. Unter dem Druck der als unabwendbar dargestellten Ansiedlungspläne und durch Prämien von Seiten des Investors geködert gaben die meisten Kleingärtner*innen bald auf und kündigten ihr Parzellen bis Ende 2012, bzw. Ende 2013. Für viele von ihnen bedeutete dies einen schweren Verlust, da es ihnen aufgrund des Alters unmöglich war, anderwo noch einmal von Neuem einen Garten aufzubauen.

Im August dann diese Nachricht: Möbel Kraft hat sich vertraglich verpflichtet, spätestens im Jahr 2021 zu eröffnen - das wären zehn Jahre nach dem ersten Ratsbeschluss. Nach der anfänglichen Eile scheint es jetzt kein dringendes Interesse an Bau und Eröffnung der Möbelmärkte mehr zu geben - die Kleingärtner*innen hätten gut und gerne noch etliche Jahre länger ihre Parzellen behalten und pflegen können. Hinzu kommt, dass seit der vollständigen Absperrung des Geländes im Winter 2013 den Bewohner*innen des nicht gerade von vielen Grünflächen gesegneten Stadtteils Südfriedhof damit ein wichtiges Erholungsgelände vollkommen unnötig genommen worden ist.

BUND und NABU fordern als Lehre aus diesem Ablauf daher Folgendes: Es darf nie wieder einen solchen vorzeitigen Verkauf von auch im Flächennutzungsplan als solche gekennzeichneten städtischen Grünflächen an einen Investor geben, sei es für die Nutzung als Gewerbe oder zum Wohnungsbau. Denn so ein Verkauf schafft Tatsachen, bevor eine Bürgerbeteiligung begonnen wird und ein endgültiger Beschluss vorliegt. Gerade Grünflächen müssen bis zum Beschluss der Nutzungsumwidmung im Besitz der Stadt Kiel und damit ihrer Bürger*innen bleiben! Diese Forderung ist von höchster Aktualität, da mit der gerade erfolgten Vorlage eines Wohnbauflächenatlas bereits der nächste Angriff auf unsere Grünflächen droht.

(28.9.16)



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